Blick hinter die Kulissen der Arbeitswelt
BSO-Tag an der RSplus
Was macht eigentlich ein Werkzeugmechaniker? Welche Aufgaben hat ein Drogist? Und was sieht man durch ein Nachtsichtgerät? Fragen wie diese, die im normalen Schulalltag selten beantwortet werden, standen im Mittelpunkt des Berufs- und Studienorientierungstages (BSO-Tag) an der Realschule plus Idar-Oberstein. Rund 190 Schülerinnen und Schüler der RSplus erlebten einen Tag, der sich deutlich vom gewohnten Unterricht unterschied. Von diesem besonderen Angebot profitierten auch weitere 90 Schülerinnen und Schüler der Ida-Purper-Schule, die gemeinsam mit ihren Lehrkräften als Gäste teilnahmen.
Bereits ab 6.30 Uhr herrschte reges Treiben auf dem Schulgelände: Fahrzeuge rollten auf den Schulhof, Stellwände wurden aufgebaut und zahlreiche Ausstellungsstücke vorbereitet. Insgesamt 23 Betriebe, Behörden und Institutionen aus der Region und darüber hinaus präsentierten sich, um den Jugendlichen einen authentischen Einblick in ihre Arbeitswelt zu ermöglichen. Was häufig als klassische Berufsmesse verstanden wird, entwickelte sich vor Ort zu einem lebendigen, abwechslungsreichen und beeindruckenden Schaufenster der regionalen Berufswelt.
„Die Schülerinnen und Schüler sollen nicht nur Flyer mitnehmen, sondern echte Erfahrungen. Deswegen waren wir so froh über die vielen Betriebe, die tatsächlich etwas zum Anfassen und Ausprobieren mitgebracht haben – das ist das Ergebnis einer intensiven Planung und engen Zusammenarbeit mit den Betrieben im Vorfeld, und dafür möchten wir uns herzlich bedanken“, so Julia Molter, Konrektorin der Realschule plus Idar-Oberstein.
Die breite Palette der teilnehmenden Unternehmen und Einrichtungen machte den BSO-Tag zu einem Spiegel der regionalen Berufslandschaft. Vom Finanzamt Idar-Oberstein über die Simona AG und Westnetz bis hin zur Universität Trier, der Krankenpflegeschule Idar-Oberstein und der Katholischen KiTa gGmbH reichte das Angebot von Technik und Industrie über das Sozial- und Gesundheitswesen bis hin zu Handel, Handwerk und öffentlichem Dienst. Besonders lebendig wurde es überall dort, wo die Jugendlichen selbst aktiv werden konnten. Bei Müller Präzisionswerkzeuge und der Herbert Stephan KG durften sie Werkzeuge ausprobieren und kleine handwerkliche Aufgaben lösen. Die Wolfgang Loch GmbH & Co. KG sowie die Juchem KG präsentierten anschaulich die Vielfalt moderner Unternehmen in der Region.
Auch soziale Berufe standen im Fokus. Pro Seniore und der Schwesternverband gewährten Einblicke in Pflege, Betreuung und die Arbeit mit Kindern. Für viele Schülerinnen und Schüler, die sich eine berufliche Zukunft im sozialen Bereich vorstellen können, boten diese Gespräche wertvolle Orientierung. Unterstützung bei Fragen rund um Ausbildung, Bewerbung und Berufswahl erhielten die Jugendlichen zudem von der Agentur für Arbeit, die ebenfalls vor Ort vertreten war.
Zu den eindrucksvollsten Stationen des Tages zählte die Bundeswehr, die mit mehreren Einheiten vertreten war. Das Artillerielehrbataillon 345 präsentierte auf dem Schulhof verschiedene Großgeräte, an denen sich die Schülerinnen und Schüler ein Bild moderner Technik machen konnten. Viele nutzten die Gelegenheit, mit Soldatinnen und Soldaten ins Gespräch zu kommen und aus erster Hand von deren Berufsalltag zu erfahren. Für besondere Begeisterung sorgte zudem ein Nachtsichtparcours: Ausgestattet mit echten Nachtsichtgeräten konnten die Jugendlichen einen abgedunkelten Parcours durchqueren – ein Erlebnis, das bei vielen nachhaltig Eindruck hinterließ. Ergänzt wurde die Präsentation durch Stände des Sanitätsdienstes, des Karrierecenters sowie des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr, die gemeinsam die Vielfalt militärischer und ziviler Berufsmöglichkeiten verdeutlichten.
Dass sich der BSO-Tag inzwischen als fester Bestandteil des Schuljahres etabliert hat, zeigte das große Engagement aller Beteiligten. Schülerinnen und Schüler, die sonst in der ersten Stunde noch müde wirken, waren bereits am frühen Morgen neugierig und motiviert. Die Betriebe kamen nicht nur mit Informationsmaterialien, sondern brachten Fahrzeuge, Geräte und vor allem ihre Begeisterung für den jeweiligen Beruf mit. Genau diese Authentizität macht Berufsorientierung lebendig und schafft wertvolle Perspektiven für die Zukunft der Jugendlichen.
Im kommenden Jahr findet der BSO-Tag der RSplus Idar-Oberstein am Montag, 24. Mai 2027, statt. Interessierte Betriebe können sich ab sofort bei Julia Molter unter Telefon 06781 645470 oder E-Mail julia.molter@idar-oberstein.de anmelden.
BUZ: Beim BSO-Tag präsentierten sich zahlreiche Unternehmen und Institutionen den interessierten Schülerinnen und Schülern. (Fotos: Julia Zöh und Selina Voisine)